PM 07/2026 Neue Mitmach-Plattform minijobs-erhalten.de gestartet

Erfurt, 28. September 2026 / Die faktische Abschaffung der Minijobs muss verhindert werden – Fast Sieben Millionen Menschen in Deutschland und 873.000 Minijobber im Gastgewerbe sind betroffen.

Im Freistaat Thüringen sind dies aktuell 103.613 Menschen[1].

Mark A. Kühnelt, Präsident des DEHOGA Thüringen e.V.: „Mehr Belastungen machen Minijobs nicht gerechter, sondern schlicht teurer – für Betriebe und Beschäftigte, das kann nicht das Ziel der Reform sein.“

Für den Erhalt der Minijobs in der heutigen Form wollen wir mit einer bundesweiten Kampagne „Minijobs erhalten!“ aufmerksam machen. Jetzt ist die zentrale Mitmach-Plattform minijobs-erhalten.de gestartet. Sie zeigt anschaulich und in aller Deutlichkeit, welche politischen Veränderungen geplant oder bereits beschlossen sind, was sie in ihrer Summe bedeuten und wen sie treffen.

Für fast 95 Prozent der Minijobber ist dieser ein Hinzuverdienst beziehungsweise zusätzliche Arbeit. Sie verdienen sich neben einem Hauptberuf, dem Studium oder der Rente etwas hinzu oder wählen eine Tätigkeit, die zu ihrer Lebenssituation passt.

Laut Daten der Minijobzentrale kommt nur für 5,3 Prozent ein Wechsel in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung infrage. Für das Gastgewerbe sind Minijobs besonders wichtig, um Arbeit am Abend, am Wochenende und bei Veranstaltungen zu ermöglichen.

„Minijobs dürfen nicht durch die Hintertür“, so Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA Thüringen, „abgeschafft werden, weil sie von heute 31,7 Prozent pauschaler Abgaben, welche der Arbeitgeber trägt, mit mehreren Änderungen, auf 42,27 Prozent ansteigen sollen, dies macht sie massiv, nämlich weit mehr als ein Drittel, teurer, damit verteuern sich die Arbeitskosten für die Arbeitgeber im Gastgewerbe um voraussichtlich fast 72 Millionen Euro pro Jahr.“

„Gleichzeitig steigt der Mindestlohn, der auch für die Minijobber gilt, von aktuell 13,90 € auf 14,60 €, das sind auch 5 Prozent. Es ist ja nicht so als würden wir dies nicht gerne unseren Mitarbeitenden, welche die wichtigste Ressource in unseren Unternehmen sind, zahlen würden, wir brauchen aber Gäste, die bereit sind diese Preissteigerungen zu bezahlen, und da spüren wir aktuell eine hohe Sensibilität und eine Zurückhaltung.“, so Kühnelt.

Im ersten Quartal 2026 zog die Minijob-Zentrale, gemäß dem ersten Quartalsbericht 2026, Beiträge in Höhe von 2,496 Mrd. € ein. Davon entfielen 1,3 Mrd. € auf die Rentenversicherung und 1,02 Mrd. € auf die Krankenversicherung. Zusätzlich wurden 161,4 Mio. € Pauschalsteuer und 11,9 Mio. € Insolvenzgeldumlage eingezogen.

„Das bedeutet, dass voraussichtlich in diesem Jahr 10 Mrd. € Sozialabgaben und über 700 Mio € Pauschalsteuern eingenommen werden. Den Sozialbeiträgen stehen keine äquivalenten Leistungen gegenüber, insofern kann von einer Privilegierung nicht im Ansatz gesprochen werden.“

Genau diese Gesamtwirkung macht minijobs-erhalten.de sichtbar. Die Plattform bündelt politische Vorhaben, Fakten und Forderungen, den Minijob-Check, Originaldokumente und Belege sowie Stimmen aus der Praxis. Auf der Plattform kommen die Menschen zu Wort, die unmittelbar betroffen sind. Gesucht werden authentische Stimmen und Geschichten von Minijobbern und Unternehmern: Was bedeutet der Minijob für sie? Warum haben sie sich dafür entschieden? Welche Folgen hätten höhere Belastungen? Minijobber und Unternehmer, die ihre Geschichte erzählen und Gesicht zeigen möchten, können sich direkt an ihren DEHOGA-Landesverband wenden.

Der DEHOGA fordert die Politik auf, weitere Belastungen der Minijobs zu stoppen: Keine Pflegeversicherungsbeiträge, die Pauschsteuer bei zwei Prozent belassen, die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge aussetzen und die Wahlfreiheit bei der Rentenversicherung sowie die bestehende Besteuerung erhalten. Vor weiteren Entscheidungen brauche es eine transparente Gesamtrechnung.

[1] Minijobzentrale Quartalsbericht 1 – 2026 – Minijobber im gewerblichen Bereich

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